Hi René,
14er hat geschrieben:Die ersten 20 Sekunden hiervon:
https://www.youtube.com/watch?v=KtHWRVhu1zg
Oberkörper nahezu unbeweglich. Nur den Oberkörper betrachtet, bewegt sich dieser auf einer nahezu geraden Linie nach unten. Lediglich die Beine fahren unter dem Rumpf die Kurven.
Okay... Wenn das Dein Zielbild ist, dann tritt mein erster Satz aus meinem letzten Post inkraft: Wir haben ein (komplett) anderes Bild im Kopf. Und lass uns nicht darüber diskutieren, ob ich die Fahrten in dem Video gut finde oder nicht (das tut nichts zur Sache): Wenn ich mit Hannes auf der Piste trainieren würde, dann würde geplant das Fahrbild im nächsten Step in gewissen elementaren Dingen konträr zu diesem Bild sein.
Naja, die Sekunde 28 ist nicht wirklich ein "Gegenbeispiel", da ich von der Kurveneinfahrt gesprochen habe und wir an dieser Stelle bereits in der 2. Hälfte der Kurve sind (rein räumlich - aktional sind wir schon ziemlich am Ende). Gehen wir in dieser Sequenz weiter, dann ist Sekunde 49 der erste Zeitpunkt, in dem sie Druck fasst. Wohin sich der Schwerpunkt bewegt (hat) sollte dort auch gut ersichtlich sein. Ich würde den eigentlichen Kern aber gerne am folgenden Quote verankern.
14er hat geschrieben:Aber es wird dabei eben nicht aktiv der KSP bewegt, sondern lediglich die Beine untendrunter. Der KSP wird dadurch automatisch, aber eher passiv ins Kurveninnere verlagert.
[...]
Den erhöhten Kantwinkelbedarf, wo ich auch zustimme, wird hier durch extremeres Kippen aus Sprung-, Knie- und Hüftgelenk erreicht. Da ja der Oberkörper eben nicht mitkippt.
Mit dem ersten Teil gehe ich vollkommen d'accord, habe aber nie etwas anderes behauptet. Dass ich nicht aktiv den Körperschwerpunkt bewegen kann, ist ja trivial - der Impuls muss immer aus den Beinen kommen. Es geht an dieser Stelle rein um die Vorstellung: Und mein Glaube ist, dass Hannes sich - wenn er sich der Bewegung des KSP (und die kann bzw. muss an dieser Stelle eine passive sein, ja!)
bewusst wird, nachher eine bessere Kurve fahren könnte.
Zweiterer Satz ist ein anderer Fokus (ohne dass sich das gewollte Resultat zwingend widersprechen muss. Ich wäre allerdings vorsichtig mit Modellen, in denen meine Gelenkwinkel eine mehr oder weniger zwingende Lage zueinander haben müssen (was ein "nichtkippender Oberkörper" ja darstellt). Als Beispiel vielleicht
https://www.youtube.com/watch?v=JuZJim10RXA. Hier kommen wirklich viele erdenkliche Möglichkeiten in einer Fahrt zustande (man halte illustrativ jedesmal in der Falllinie kurz das Bild an). Das ist jetzt ausdrücklich kein Fahrdogma und ich hatte dies Fahrt auch nicht als Zielbild. Es soll nur verdeutlichen, dass es im Bezug auf Kurvenlage ein relativ breites Spektrum von Lösungsmöglichkeiten gibt - und das ist doch schön.
Hi Markus,
die Fahrt hat einige Detailfeatures, die nicht ganz meiner Vorstellung entsprechen (nicht in Richung "gut/schlecht", sondern eher in der Art, sie zu fahren) - aber grundsätzlich: zu einem relativ hohen Prozentsatz ja.
Gut, wie machst Du nun an dieser Stelle weiter? Die Antwort ist nicht trivial, da der von mir augezeigte "Weg" zu einer schneller (und etwas weiter) gefahrenen Kurve führt. Und an dieser Stelle (höheres Tempo) habe ich natürlich automatisch höhere Anforderungen an meine Anpassung. Neben der "blöden" Antwort "Man braucht für das eigene Selbstvertrauen für diesen Schritt einige 100 Kurven." würde mir als Zwischenschritt vielleicht die folgende Herangehensweise in Auge springen:
Fahre ein bestimmtes steileres Gelände ca. 3-4 mal. Am Ende solltest Du dir bewusst machen: "Wie viel ist mir das zu schnell/zu dynamisch?" und "Welches Tempo wäre für mich kurz nach der Falllinie angenehm?".
Im nächsten Schritt: Nimm dieses Tempo bewusst heraus, und zwar nicht irgendwie, sondern das "Wo" (in der Kurve) ist entscheidend. Fahre nicht sportlichstmöglich in die Kurve hinein und nimm am Ende Tempo heraus, sondern reguliere bereits am Anfang. Als Aufgabenstellung klappt dazu gut: Fahre in dem Gelände etwas größere Radien (2 Pistenraupenspuren), drifte bis kurz nach Falllinie an und schneide aus. Dies wird Dir helfen, das zurechtfinden mit individuellen "Druckpunkten" zu finden.
LG Chris