Servus Urs,
urs hat geschrieben:ich denke, wir reden etwas aneinander vorbei. unsere positionen sind wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander.
Ist mir klar!

(Aber man darf ja auch Details diskutieren...)
urs hat geschrieben:aber du darfst mein zitat nicht aus dem zusammenhang reissen, es macht nur als antwort auf eines deiner statements sinn. und wenn sie anscheinend so trivial ist, wirft das ein eigenwilliges licht auf deine behauptung

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Ööh... Zusammenhang!? Hab nochmal nachgeschaut, darüber stand nur "Hallo Chris"...
Sei's drum: Die Aussage bzgl. Lage und Aufkantwinkel ist für mich wirklich trivial. Ohne Lage und Aufkantwinkel ist keine geschnittene Kurve - nichtmal "nur" eine Kurve - möglich (mit "normal" menschlicher Anatomie). Wer anderes behauptet, redet - auch wenn ich immer offen für andere Meinungen bin, aber hier... - Bullshit!
urs hat geschrieben:dies ist eine "idealisierte" form und vermittelt das bild, als wäre der fahrer von den (äusseren) kräften getrieben ähnlich einem blatt im wind. kosti (der sich leider zurückgezogen hat) hatte m.e. versucht, seine vorstellung aufs wesentlichste zu reduzieren, um die essenz herauszuschälen. mir persönlich ist aber wichtig, dass ich bewusst einfluss nehmen und die kräfteverhältnisse verändern kann, und somit genauso variationsmöglichkeiten habe. es ist kein gegensatz zur vorgegebenen parabelkurve sondern ein gradueller unterschied, indem ich die kräfte bewusster und stärker nutze. ein "gegensatz" besteht höchstens in der zielsetzung: klare form fahren vs. spielen mit den kräften.
Mmh, reduzieren wir mal die Ansätze... Ich bin mir sicher, dass sich beide Ansätze in der Steuerung nicht wirklich unterscheiden. Imo kann man den Unterschied auf den Bereich "Kurvenwechsel" (+- die Aktionen, die kurz davor/danach passieren) beschränken. Sehen wir mal als gegeben einen beliebigen geschnitten Schwung in seiner (späten) Steuerphase, sagen wir mal Belastungsverteilung Innen:Außen=85:15.
Ansatz "Druckaufbau Außenski" (=:DA): Besagt, dass der Kurvenwechsel "frühzeitig" (früher, als die äußeren Kräfte von "allein" dazu führen, also irgendwo im Intervall [85:15; 100:0[ erfolgt.
Ansatz "Dynamische Fahrweise" (:=DY): Besagt, dass der Kurvenwechsel (das Umkanten) durch die äußerden Kräfte automatisch erfolgt. Dass hat nicht unbedingt etwas mit "Blatt im Wind" zu tun, bis sich der Druck am (alten!) Außenski auf 100% aufgebaut hat, sind ja Variationsmöglichkeiten gegeben. Natürlich ist KOSTI's Ansatz von mir idealisiert gezeichnet - allerdings ist er imo ja gerade dadurch charakterisiert und definiert. Sobald Du nämlich nicht bis zum Zeitpunkt "100:0" wartest, wird ab dem Moment des Umkantens ganz automatisch Druck auf dem (neuen!) Außenski aufgebaut.
urs hat geschrieben:es ist kein gegensatz zur vorgegebenen parabelkurve
Das ist nicht die dogmatische Vorgabe (ich hätte dieses Kurvenbild so vielleicht auch nicht explizit erwähnen sollen, das ist evtl. nicht korrekt rübergekommen). Dieses Kurvenbild ergibt sich aus dem Ansatz "DA" und umgekehrt. Ob die Henne oder das Ei zuerst da war, kann ich nicht zweifelsfrei sagen...
urs hat geschrieben:so gesehen widersprechen sich die aussagen gar nicht. hier wird der fokus auf die kurvenfahrt gelegt, während swiss snowsports stärker die gleitphase betonte. aber wie gesagt: bei rennsport hört bei mir der sachverstand relativ schnell auf

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Das war mir schon klar, dass sich die Ansätze nicht widersprechen. Rennlauf ist ja sozusagen ein "perfekter Markt". Sobald ein Technikbild irgendwo auf der Welt in einem bestimmten Bereich (EC/WC) "funktioniert" ist das kurzfristig und für jeden in gleichem Maße ersichtlich. Insofern unterscheiden sich "Technikleitbilder" nur in begrenztem Maße und sehr begrenztem Zeitrahmen...
Zur zu Grunde legenden Technik wollte ich damit folgendes zum Ausdruck bringen: Es erscheint nicht sinnvoll, aus einer Gleitphase heraus nochmal voll auf den alten Außenski zu gehen - und nur dann wäre die Möglichkeit gegeben,
nicht Druck auf dem Neuen Außenski aufzubauen.
Gruß,
Chris