Moorkuh hat geschrieben:Hm. Naja, also ich glaube, dass diese Form im A-Lehrplan nicht erwünscht wäre, weil hier in allen weiteren Fahrformen doch relativ viel Wert auf die Belastung des Außenskis gelegt wird. Wenn man dem Anfänger jetzt beibringt, dass der Innenski beim Pflug stärker belastet wird, nehme ich an, dass sich die Herren in den Gremien überlegt haben, dass man das wieder abtrainieren und umlernen muß.
Mmh... Das geht jetzt wieder in die Richtung "Innen-Außen-Diskussion", in die ich eigentlich nicht wollte. Deshalb hatte ich ja auch im Eingang zugestimmt, um das zu vermeiden... Aber konkret: Ich bringe dem Schüler in Richtung Innen/Außen
gar nichts bei. Ob jetzt der eine oder andere Ski belastet wird, ist für mich ein irrelevantes Resultat, dass - wenn erwähnt - imo in dieser Phase nur Verwirrung stiftet. Für mich steht die Kurve bzw. deren Qualität an erster Stelle, danach die Optimierung für weitere Schritte. Und sollte ich denn wirklich Wert auf eine Außenskibelastung legen, so reguliere ich dies über Geschwindigkeit und Oberkörper.
(Als Zusatz: Du wirst aufgrund der komplett unterschiedlichen Rahmenbedingungen sowieso nie ein "Leitbild" finden, dass sich 1:1 durch alle Schwungformen zieht. Der "Fehler" wird in D auch gemacht übrigens. Aber wieso sollte ich - wenn ich mir irgendein Merkmal rauspicke, dass ich durch alle Schwungformen durchziehe - unbedingt die Außenskibelastung nehmen?)
Moorkuh hat geschrieben:Der Kantwinkel mag zwar die Durchbiegung limitieren, aber zusätzlich brauchts natürlich, abhängig von der Biegelinie des Skis, auch Kraft, um dann echt durchzubiegen (bis zum Limit).
Natürlich braucht es auch
Druck auf dem Ski (deshalb ja auch meine Angabe einer Bandbreite). Aber: Bei
den Kantwinkeln, die im Pflug gefahren werden, braucht es davon nur sehr, sehr wenig, um den Ski in dem Moment wirklich voll durchzubiegen. Insofern ist es für die Steuerwirkung des (Außen)Skis egal, ob ich diesen mit 25% oder 75% belaste, wenn er sich eh schon bei 25% voll durchbiegt.
Moorkuh hat geschrieben:Ich sehe nicht, warum die Fliehkraft (die in gerutschten Formen ja nie sehr hoch sein wird, weil kaum Zentripetalkraft da ist) die Belastung nach außen bringen soll. Schlußendlich ist es die Entscheidung des Fahrers, welches Bein stärker belastet wird, nicht die Entscheidung der Fliehkraft, nämlich indem er die Position des KSP willkürlich wählt. Und die hat er jetzt so trainiert, dass das Innenbein stärker belastet wird. Und wenn der OK ausgleichen soll, muß er noch stärker nach Außen lehnen -- etwas, das wir ja gerade vermeiden wollten!
Ich hatte ja gesagt "mit höherer Geschwindigkeit"... Gibt es bei Euch den "Racingpflug"? Relativ nahe an der Falllinie. Der Außenski "zirkelt" sozusagen und zeigt dabei teilweise auch geschnittene Resultate. Diese Art von Pflug ist gar nicht mal sooo langsam und da wirkt dann schon auch Fliehkraft.
Zum OK: Es gibt "nach außen lehnen" und "nach außen lehnen"...

... Es kommt für mich darauf an, was an erster Stelle steht. Ich skizziere mal 2 Möglichkeiten:
- Ich setze Außenskibelastung an erste Stelle. Resultat ist, dass ich (von den Gelenken her) möglichst tief ansetzend und möglichst wenig aufkante.
- Ich setze die Kurve an erste Stelle, d.h. ich möchte eine möglichst große Steuerwirkung. Das "nach außen lehnen" ist hierbei Regulierung (und erfolgt auch nur ab Hüftgelenk aufwärts). Vom Ansatz ungefähr so gemeint, wie der "Carving"-Schwung, zu dem Du ja auch ein "Hüftknick"-Standbild gepostet hast. Ich denke, niemand wird das als "Hinauslehnen" im selben Atemzug wie dasjenige beim Pflug bezeichnen.
@Uwe: Du hast schon recht. Aber es gibt ja verschiedene Ebenen: Das Diskutieren über den Pflug auf recht "tiefer" Ebene, die daraus resultierende Fahrweise und die "abgespeckte Verbalattacke", die dann beim Schüler ankommt. Die Diskussion hier ist ja nicht das, was dann auch für den Schüler gedacht ist, sondern sozusagen für die "lernfähige Demonstration". D.h. ich muss Schwerpunkte auf bestimmte Bewegungen legen, die dann vom Schüler gesehen werden - eben
damit die Chance besteht, dass er allein durch Sehen lernt und ich eben am Hang
nicht soviel labern muss...
