Hi!
Ich glaube, ein Unterricht ist um so besser, je individueller er auf einen Schüler ausgerichtet ist (dabei völlig egal, ob Skiunterricht, Schulunterricht oder was man sonst noch so lernen kann

).
Dabei dürfen gewisse Ziele natürlich nicht außer Acht gelassen werden.
Mir persönlich haben die letzte Jahre immer die Tips weitergebracht, die mir auf eine bestimmte Fahrsitutation und -technik hin gegeben wurden.
Also nicht "fahr jetzt mal diese und diese Übung", sondern: "Du bis gerade an dieser Stelle so und so gefahren. Wolltest Du beim Carven weiter runter? Dann laß uns dieselbe Strecke noch einmal fahren und versuche jetzt dies und dies", oder z.B. "Du willst im Tiefschnee einen engeren Bogen fahren? Dann schau mal: Du hattest die Beine zu weit auseinander (oder zusammen

), schiebe diesen Ski weiter nach vorne und versuche es noch einmal".
Oder Nicola die zu mir meinte: "Mach Dich beim Carven noch lockerer; benutze mehr die Arme, spiele mit dem Oberkörper".
Usw.
Ich selbst kann viele Fehler oder suboptimale Bewegungsabläufe bei anderen (z.B. meiner Freundin) erkennen, aber leider nicht so gut vermitteln, was sie konkret besser machen können.
Also mache ich es wieder (zielorientiert) anders: Wenn sie mit mir statt mit Skischule fährt geht es mir einzig und alleine darum, daß sie immer sicherer auf den Ski ist. Die bessere Technik kommt dann - langsam - fast von alleine. Ich versuche sie lediglich zum (sicheren) Experimentieren zu ermuntern.
Und bin dann leicht angesäuert, wenn Sie einen Skilehrer bekommt, der nur starre Übungen fährt.
Leider geht dieses individuelle Eingehen auf den Schüler aber nur in kleineren Gruppen, und auch dann ist es nicht jedem gegeben (siehe meine Unfähigkeit, ihr wirklich gute Tips zur Verbesserung von Techniken zu geben)...
Als ich vor jetzt (leider) schon 15 Jahren mit dem Skifahren angefangen haben (Klassenfahrt 11. Klasse, Skischule in Hochfügen / Zillertal, 12 Anfänger in einer Gruppe!), war ich sehr schnell gefrustet. Ich habe den Schneepflug nicht hinbekommen

, worauf mich der Skilehrer nach dem ersten Tag links liegen gelassen hat - klar, er hatte ja auch noch 11 weitere Flachländer...
Ich habe dann am Rande der Gruppe mit leichten "Parallelschwüngen" und Bremsschwüngen angefangen, die ich mir "einfach" bei anderen Skifahrern abguckte.
Dies fand der Skileher noch dümmer als mein Unvermögen, den Schneepflug hinzubekommen. Worauf ich den Rest der Woche mit drei Mitschülern ohne Skikurs gefahren bin. Ich durfte am Ende der Woche trotzdem das Skischulrennen mitmachen, was ich mit deutlichem Abstand gewann
Inzwischen kann ich auch den Schneepflug.
Aber wäre der Skilehrer am zweiten Tag auf meine "abgeguckten" Bewegungsläufe eingestiegen, hätte ich wahrscheinlich noch viel mehr gelernt und nicht drei Tage lang so viel Frust geschoben, daß ich am liebsten das Skifahren aufgegeben hätte (Gottbewahre!!!

)
Gruß,
Arndt