Wer kann helfen?
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Re: Wer kann helfen?
Naja, aber offenbar wird "Pflugwedeln" heute als Begriff verwendet. Finde ich ziemlich verwirrend, da es auf "Wedeln" abzuzielen scheint. Ist der Begriff bei euch etabliert? Ich habe ihn noch nie gehört (was nichts heissen muss).
Das Konzept, Kurzschwünge aus dem Pflug aufzubauen, wie es in deinem Link beschrieben wird, kann ein interessanter Ansatz sein. Danke für den Link.
Ist das (Fern-)Ziel des "Pflugwedelns" das Kurzschwingen oder geht eher um allgemeine Agilität, Rhythmisierung etc.?
Das Konzept, Kurzschwünge aus dem Pflug aufzubauen, wie es in deinem Link beschrieben wird, kann ein interessanter Ansatz sein. Danke für den Link.
Ist das (Fern-)Ziel des "Pflugwedelns" das Kurzschwingen oder geht eher um allgemeine Agilität, Rhythmisierung etc.?
- plateaucarver
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Re: Wer kann helfen?
Wie du dem einen PDF entnehmen kannst, ist es ein gebräuchlicher Begriff im österr. Skilehrweg (und auch im deutschen).
Da Wedeln eine Umschreibung für direkt aneinandergereihte Kurzschwünge in der Fallinie ist, ist diese Bewegungsform sowohl mit Pflug- als auch mit Parallelschwung möglich - insofern finde ich bei den Begriffen Wedeln (= Kurzschwungserie parallel gedriftet) und Pflugwedeln (= Kurzschwungserie im Pflugschwung als Sonderform) keine Gefahr der Überscheidung oder Verwechslung. Oder findest du die Bezeichungen "Auto" und "Lastauto" auch verwirrend?
Bei Kindern bzw. auf der Stufe des Pflugfahrens geht es um Agilität und Rhythmisierung, es kann aber auch als Vorbereitung zum parallelen Kurzschwung genommen werden, da man damit den schnellen Belastungswechsel bei geringem Tempo bzw. in flachem Gelände üben kann.
Da Wedeln eine Umschreibung für direkt aneinandergereihte Kurzschwünge in der Fallinie ist, ist diese Bewegungsform sowohl mit Pflug- als auch mit Parallelschwung möglich - insofern finde ich bei den Begriffen Wedeln (= Kurzschwungserie parallel gedriftet) und Pflugwedeln (= Kurzschwungserie im Pflugschwung als Sonderform) keine Gefahr der Überscheidung oder Verwechslung. Oder findest du die Bezeichungen "Auto" und "Lastauto" auch verwirrend?

Bei Kindern bzw. auf der Stufe des Pflugfahrens geht es um Agilität und Rhythmisierung, es kann aber auch als Vorbereitung zum parallelen Kurzschwung genommen werden, da man damit den schnellen Belastungswechsel bei geringem Tempo bzw. in flachem Gelände üben kann.
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Re: Wer kann helfen?
Ist Wedeln eine Umschreibung für direkt aneinandergereihte Kurzschwünge? Ich meine nein.plateaucarver hat geschrieben:Da Wedeln eine Umschreibung für direkt aneinandergereihte Kurzschwünge in der Fallinie ist,
Wedeln sind gedriftete "Kurzschwünge" mit aneinandergedrückten Beinen, folglich mit Fersenschub gefahren. Also eine (nicht mehr zeitgemässe) Sonderform des Kurzschwingens.
Deswegen finde ich es befremdend, wenn heute eine Form "Wedeln" genannt wird: Man könnte annehmen, das das Ziel diese fersengeschobenen Kurzschwünge mit aneinandergedrückten Beinen sind.
plateaucarver hat geschrieben:Wie du dem einen PDF entnehmen kannst, ist es ein gebräuchlicher Begriff im österr. Skilehrweg (und auch im deutschen).
Ist "Wedeln" im Deutschen Skilehrweg ein heute gebräuchlicher Begriff? Das wäre mir neu.
Und ich glaube, auch im Österreichischen Skilehrwesen spricht man heute von Kurzschwingen.
Auch in deinem pdf steht, dass "Wedeln" nur bis zum Aufkommen des Carvings als "hohe Kunst" galt (S.18) und dass dabei die Beine eng zusammengehalten werden müssen (S.19). Heute, würde ich sagen, eher nicht mehr anstrebenswert...
Mir ist bewusst, dass "Wedeln" umgangsprachlich noch gebraucht wird, hier geht es aber um die Fachsprache.
- plateaucarver
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Re: Wer kann helfen?
Mit dem "gebräuchlichen Begriff" meinte ich nur das Pflugwedeln, nicht das Wedeln.
Wenn Wedeln der Fachbegriff für gedriftete Kurzschwünge in geschlossener Beinhaltung ist - wie bezeichnest du denn heute diese Bewegungsform, wenn sie im Tiefschnee ausgeführt wird, weil sie Voraussetzung für das "Zöpfe flechten" ist? Oder ist das auch nicht mehr zeitgemäß und erstrebenswert, nur weil es auf der Piste "out" ist und der Name dafür verpönt?
Wenn Wedeln der Fachbegriff für gedriftete Kurzschwünge in geschlossener Beinhaltung ist - wie bezeichnest du denn heute diese Bewegungsform, wenn sie im Tiefschnee ausgeführt wird, weil sie Voraussetzung für das "Zöpfe flechten" ist? Oder ist das auch nicht mehr zeitgemäß und erstrebenswert, nur weil es auf der Piste "out" ist und der Name dafür verpönt?
Re: Wer kann helfen?
Also eine geschlossene Beinhaltung brauche ich zumindest heute auch im Tiefschnee nicht mehr. "Zöpfe flechten" hin oder her...
The dictionary is the only place where success comes before work - V.L.
- plateaucarver
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Re: Wer kann helfen?
immer wieder interessant, wer sich alles für den allgemein gültigen Maßstab hält ... 
abgesehen davon sehen schulterbreit ausgeführte Kurzschwünge im Tiefschnee heute genauso anfängerhaft aus wie vor 20 Jahren

abgesehen davon sehen schulterbreit ausgeführte Kurzschwünge im Tiefschnee heute genauso anfängerhaft aus wie vor 20 Jahren

Re: Wer kann helfen?
Wer fährt denn bewusst hüftbreite Kurzschwünge im Tiefschnee?
Ich fahre eigentlich in der Regel grosse Radien, wenn ich die Piste verlasse.
Diese gewollt aussehende, hyperdynamische Rumhopserei, um für Fotos oder Publikum irgendwelche Frisörmuster in den Schnee zu zeichnen finde ich persönlich nicht stylisch.
Beate

Ich fahre eigentlich in der Regel grosse Radien, wenn ich die Piste verlasse.
Diese gewollt aussehende, hyperdynamische Rumhopserei, um für Fotos oder Publikum irgendwelche Frisörmuster in den Schnee zu zeichnen finde ich persönlich nicht stylisch.
Beate
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Re: Wer kann helfen?
Ach so, du meinst nur Pflugwedeln. Wie gesagt, ich kannte den Begriff nicht und ja, ich finde ihn irreführend, weil es für mich so wirkt, als ob das Fernziel davon dann Wedeln wäre.
Gibt es den Begriff "Pflugwedeln" wirklich auch im Deutschen Skilehrwesen?
Diese Art des Beine zusammenhaltens halte ich nicht für erstrebenswert, auch nicht im Tiefschnee.
Der grosse Unterschied ist folgender:
Wedeln: Knie bleiben aneinandergepresst (Folge: Schwung wird über Fersendrücken gefahren)
(zeitgemässes) Kurzschwingen im Tiefschnee: schmale Skiführung, es ist aber durchaus ok, die Beine nach hinten und vorne zu verschieben. Hüftbreit ist aber durchaus ok und gängig. Auf keinen Fall Fersendrücken.
Das keineswegs nur meine Privatmeinung. Ich hoffe wirklich nicht, dass noch irgendwo Kurzschwingen im Tiefschnee mit Knie zusammendrücken und Fersenschieben gelehrt wird...
Zur Illustration kann man hier sehr gut nach Videos über powder8 suchen. Zwar fahren die tendenziell etwas weitere Schwünge als reines Kurzschwingen, aber es ist pures Zöpfe flechten. Und keiner presst die Beine zusammen.
Interessant im Vergleich ein Video von 1987. Auch da war Knie zusammendrücken offensichtlich schon nicht mehr das Nonplusultra. Man sieht grosse technische Unterschiede, ist recht spannend (und ein fantastischer Hang!!!). Sehr schöne, wenige Sekunden dauernde Sequenz z.B. bei 16.00 - tolles 80er Jahre Kurzschwingen ohne Beine zusammendrücken. Hier sieht man gut was ich meine mit "nach vorne und hinten verschieben".
Gibt es den Begriff "Pflugwedeln" wirklich auch im Deutschen Skilehrwesen?
Diese Haltung ist nicht Voraussetzung für "Zöpfe flechten".plateaucarver hat geschrieben:Wenn Wedeln der Fachbegriff für gedriftete Kurzschwünge in geschlossener Beinhaltung ist - wie bezeichnest du denn heute diese Bewegungsform, wenn sie im Tiefschnee ausgeführt wird, weil sie Voraussetzung für das "Zöpfe flechten" ist?
Diese Art des Beine zusammenhaltens halte ich nicht für erstrebenswert, auch nicht im Tiefschnee.
Der grosse Unterschied ist folgender:
Wedeln: Knie bleiben aneinandergepresst (Folge: Schwung wird über Fersendrücken gefahren)
(zeitgemässes) Kurzschwingen im Tiefschnee: schmale Skiführung, es ist aber durchaus ok, die Beine nach hinten und vorne zu verschieben. Hüftbreit ist aber durchaus ok und gängig. Auf keinen Fall Fersendrücken.
Das keineswegs nur meine Privatmeinung. Ich hoffe wirklich nicht, dass noch irgendwo Kurzschwingen im Tiefschnee mit Knie zusammendrücken und Fersenschieben gelehrt wird...
Zur Illustration kann man hier sehr gut nach Videos über powder8 suchen. Zwar fahren die tendenziell etwas weitere Schwünge als reines Kurzschwingen, aber es ist pures Zöpfe flechten. Und keiner presst die Beine zusammen.
Interessant im Vergleich ein Video von 1987. Auch da war Knie zusammendrücken offensichtlich schon nicht mehr das Nonplusultra. Man sieht grosse technische Unterschiede, ist recht spannend (und ein fantastischer Hang!!!). Sehr schöne, wenige Sekunden dauernde Sequenz z.B. bei 16.00 - tolles 80er Jahre Kurzschwingen ohne Beine zusammendrücken. Hier sieht man gut was ich meine mit "nach vorne und hinten verschieben".
Re: Wer kann helfen?
Ob Hüft-, Schulter-breit oder stylisch – bewusst ist´s den meisten kaum, was ihr Ski mit ihnen macht.... Das war schon immer so, und da half der Begriff „Technik“ auch nie weiter („Technik“=Sicht von AUßEN – daher: nicht HALTUNG (Status) sondern VER-halten (Aktion, Sicht von INNEN), permanente offensive Anpassung, ist notwendig).
Wer über Bein-Beuge-Arbeit (Initiator Sprung-Gelenk) die Knie nach Bogen-innen drücken kann, findet auf harter Grundlage mit den Kanten Halt und Spur, im Ungespurten mit den Flächen in seiner „Wanne“ - motorisch gibt’s keinen Unterschied !! Und damit ist das ganze eigentlich nur ein funktionelles, graduelles, – und nicht prinzipielles, „technisches“, Problem.
Ziel muss stets sein, den KSP weitgehend ruhig zu führen – was auf reibungsarmer Grundlage den entsprechenden AUSGLEICH (des Oberkörpers !) zur Richtungsänderung im Fahrgestell erfordert.
Für eine beliebig „breite“ Spur bedeutet das in der FRONTAL-Sicht, die Resultierende aus den am BODEN wirkenden Reaktionskräften darf nicht bergseitig der Mitte zwischen den Brettern auftreffen (sonst gibt´s Innen-Lage: DADURCH (zwangsläufig !) wird i.d.R. die Spur breiter - der bogenäußere Ski verliert die Belastungs- und damit STEUER-Dominanz und driftet ab, unabhängig von der Unterlage). Und in der SAGITTAL-Sicht darf die Kraft nicht hinter der Mitte der aufliegenden Länge auftreffen (sonst gibt´s Rück-Lage – mit den gleichen Folgen).
Rück- und Innen-Lage bedingen sich gegenseitig!
hjo
Wer über Bein-Beuge-Arbeit (Initiator Sprung-Gelenk) die Knie nach Bogen-innen drücken kann, findet auf harter Grundlage mit den Kanten Halt und Spur, im Ungespurten mit den Flächen in seiner „Wanne“ - motorisch gibt’s keinen Unterschied !! Und damit ist das ganze eigentlich nur ein funktionelles, graduelles, – und nicht prinzipielles, „technisches“, Problem.
Ziel muss stets sein, den KSP weitgehend ruhig zu führen – was auf reibungsarmer Grundlage den entsprechenden AUSGLEICH (des Oberkörpers !) zur Richtungsänderung im Fahrgestell erfordert.
Für eine beliebig „breite“ Spur bedeutet das in der FRONTAL-Sicht, die Resultierende aus den am BODEN wirkenden Reaktionskräften darf nicht bergseitig der Mitte zwischen den Brettern auftreffen (sonst gibt´s Innen-Lage: DADURCH (zwangsläufig !) wird i.d.R. die Spur breiter - der bogenäußere Ski verliert die Belastungs- und damit STEUER-Dominanz und driftet ab, unabhängig von der Unterlage). Und in der SAGITTAL-Sicht darf die Kraft nicht hinter der Mitte der aufliegenden Länge auftreffen (sonst gibt´s Rück-Lage – mit den gleichen Folgen).
Rück- und Innen-Lage bedingen sich gegenseitig!
hjo
ein dummer mensch macht zu allem eine bemerkung - ein kluger bemerkt alles (hh)
- M.H.
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Re: Wer kann helfen?
Ich vermute, dass der Begriff "Pflugwedeln" einfach eine "originelle Umbenennung" ist, die nie wirklich offiziell war und sich im Volksmund gehalten hat.Martina hat geschrieben:Gibt es den Begriff "Pflugwedeln" wirklich auch im Deutschen Skilehrwesen?
So wie zum Beispiel:
Schachtelwirt -> McDonalds
Gummiadler -> Huhn (vor allem wenn es sich um ein zäh zubereitetes Exemplar handelt)
Pappenschlosser -> Zahnarzt
Brunzbusch'n -> ....
Ich glaub den habe ich schon bei uns (also in Österreich) gehört als ich noch jung war (ist also ein bisserl her) und damals war Wedeln halt noch eines der Lernziele für einen guten Skifahrer.
den Schnee auf dem wir alle talwärts fahren
kennt heute jedes Kind
kennt heute jedes Kind