höhö...
Danke, die Argumentation der ERC ist mir durchaus bekannt. Aber: Die betreffende Studie (ich glaube es war Schubert at al) gab auch zu bedenken, dass eine effektive Reanimation ohne Beatmung z.B. nur in den ersten 4-7 Minuten nach dem eigentlichen Stillstand möglich ist. In urbanen Gebieten ist in dieser Zeit (mit viel Glück) mit dem eintreffen der ersten qualifizierten Hilfe zu rechnen. (First Responder, HvO, usw.)
Wenn man sich die (ideal-gerechneten) Eintreffzeiten der ersten qualifizierten Hilfe am Berg (alleine die Startzeit eines RTH/NAH's beträgt 3 Minuten, wenn du mal ideale Alarmzeiten (2 Min.), Flugzeit (3 Minuten -> z.B. Kitzbühler Horn) und Anmarsch (2 Minute) rechnest bist du trotz allem bereits bei 7 Minuten.. Und das wären wirklich ideale Zeiten.
Sicherlich wurde durch die Guidelines 05 ein höherer Wert auf die Kompressionen gelegt. Die Beatmung darf und sollte trotzdem nicht vernachlässigt werden.
Wie aber durch diverse Studien belegt wurde, sinkt aber der psych. Schwellenwert eine effektive Beatmung durchzuführen bei Einsatz dieser Beatmungshilfen.
Es zählt nicht der reelle Faktor der infektionsprophylaxe sondern v.a. die psych. Barriere.
Dementsprechend ist das Face-Shield z.B. in den amerikanischen oder britischen EH Aussagen weiterhin vorhanden. Die Deutschen sind ja leider noch Stand 2003.
(bzw. zumindestens die der Hilfsorganisationen)
Zurück zur eigentlichen Rea:
Es gibt durchaus eine Anzahl von tertiär erfolgreichen Reanimationen im alpinen Gelände. Diese Anzahl ist auch nicht wesentlich niedriger als im normalen "Flachland", den urbanen Raum mal ausgenommen. Hat einerseits mit dem mittlerweile hochspezialisierten Bergrettungsdienst als auch mit dem anderen Patientenklientel zu tun. (Der 80 jährige Altenheimbewohner, den ich mit ner PEG-Aspiration reanimiere geht nunmal net mehr in die Berge

)
Wobei das ausdrücklich nur für die aufgrund internistisch bedingten Stillstände gilt.
Das die Chancen wenn man einmal reanimationpflichtig ist schlecht für einen stehen, dass man die Sache als "nicht-appaliker" überlebt, wissen wir beide...
Was das Aspirin angeht:
Mag daran liegen, dass ich viel mit neurochirurgischen Patienten zu tun habe

Es ist sicherlich eine Klientelfrage, wer jetzt eher den MI schießt oder doch eher stürzt und sich ne ICB holt.
Ich persönlich bleibe weiterhin Gegner des Aspirin's, aber es ist jedem selber überlassen.
Mann kann ja auch ohne mehraufwand beides mitnehmen*friedenspfeiferüberschiebe*
Grüße,
Krumel