ein grossteil der wäsche ist gewaschen, die reisetaschen noch nicht verstaut und die erinnerungen an den weihnachtsurlaub noch wach. einzig unsere beiden älteren katzendamen tun, als ob nichts geschehen wäre, sitzen an den gewohnten plätzen, betteln und jammern zu den gewohnten oft unmöglichen zeiten und trinken am liebsten aus dem duschbecken.
auch wenn wir das neue jahr im regen begonnen haben, hat das jahr dank lieber freunde und feinem champagner gut gestartet. ich hab gelernt, was zapfengeld ist, und wir haben im besten skirestaurant der alpen ein superbes silvestermenue genossen.
angefangen hat alles am sonntag, den 18. dezember mit der anreise in unsere tiroler destination. nach einem anstrengenden jahresabschluss genossen wir erstmals die zeit für musse und die ruhe des kleinen bergdorfes - lange schlafen, viel lesen und lecker (aber nicht zu viel) essen: speck- oder leberknödel und apfelstrudel zur jause oder ein wienerschnitzel zum abend, hirschwurzen, laibelen und so fort. kombiniert mit dem besten glühwein und erstaunlichen offenweinen österreichischer provenienz kamen am ende doch knapp 2kg zusätzlich auf die waage. es war's auf alle fälle wert.
zwischen all der musse und schlemmerei sind wir tatsächlich noch etwas ski gefahren

. da das skigebiet fendels etwas schattig liegt, die sonne sich erst gegen 11h zeigte und zu beginn eh nicht alle pisten geöffnet waren, durften wir ohne schlechtes gewissen ausschlafen. frau holle hatte nach dem trockenen herbst zwar etwas einsehen, so ganz überzeugend war die vorstellung bis anhin doch nicht. mensch musste ordentlich mit kunstschnee nachhelfen. immerhin waren dadurch die zwei wichtigsten pisten in einem guten zustand. um uns nicht übermütig werden zu lassen, wurde an einem tag die halbe piste durch ein fis-rennen gesperrt

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der head supershape magnum meiner frau war bekanntlich bereits ende letzer saison weich gefahren (mit videobeweis) und wir begaben uns deswegen zum örtlichen skiverleih. sie probierte zunächst einen fischer wc sc in 155, konnte sich zwar nicht vollkommen mit ihm anfreunden. die kurzschwünge gefielen ihr sehr gut, aber sonst reagierte er ihr etwas zu direkt. am nächsten tag veranstaltete der verleih einen skitest am berg, was uns zupass kam, da die skies kurz hintereinander verglichen werden konnten. ich hab die gelegenheit (auch ohne kaufabsichten) genutzt und an anderer stelle von meinen erfahrungen berichtet. meine frau startete auf empfehlung des verkäufers mit einem
blizzard viva ultrasonic in 160, der trotz damen-design und leichtbauweise dank integrierter öldämpfung (angeblich kein witz) erstaunlich stabil war und schon mal einen guten richtwert lieferte. als nächstes folgte der
salomon 24hrs in 154. er erschien ihr zunächst etwas langweilig, da er am kurvenbeginn wegen dem sogenannten multiradius (14-12-10m) träger war. aber dank dem tipp des verkäufers, die kurve bewusst übers heck auszufahren, bekam sie immer mehr spass am ski und empfand ihn spielerischer als den blizzard, der dafür stabiler wirkte. den atomic d2 vf 75 empfand sie genauso langweilig wie ich. als letztes testmodell hatte sie sich das vermeintliche schmankerl, den aktuellen supershape magnum aufgehoben. aber bereits nach einer halben abfahrt war ihr klar, dass ihr der ski mitlerweile zu einfach zu fahren ist - sie mokierte, dass sie ihn zu leicht um die kurve "würgen" konnte - und er fiel sang- und klanglos aus der wertung.
am nächsten tag war von nordwesten her schnee angesagt. aber wie meist bei solchen wetterlagen blieb der grosse schnee am arlberg hängen und liess nur ein paar flocken übrig. immerhin wurden die pisten dadurch weicher, und die skies mussten ihre diesbezüglichen stärken beweisen - 1/2 tag salomon und 1/2 tag blizzard. am abend war das rennen immer noch unentschieden, und ich bat martina und beate um rat. aber die konnten einzig einen elan empfehlen, der hier leider weit und breit nicht zu sichten war. in der nacht endlich mal 10cm und am morgen das finale. meine frau orderte beide skies gleichzeitig und ab auf den übungslift - die skies unmittelbar hintereinander gefahren. bereits nach der ersten abfahrt fiel die entscheidung klar zugunsten des sportlicheren salomons, von welchem sie sich das grössere potenzial verspricht. eigentlich war es eh klar, dass für einen serienjunkie nur
24 hours mit "jack bauer" powerline in frage kam

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endlich kam der "grosse" schnee - 30 wenn auch etwas nasse cm erhöhten das skivergnügen beträchtlich. wir beide fahren mittlerweile gerne bei schneetreiben - ruhige, gedämpfte stimmung, meist wenig leute (dank vorsaison), zerfahrner schnee - kopf runter und ab durch die mitte

. von ihrer neuen errungenschaft war meine frau immer mehr begeistert. der ski liess sich durch keinen schneehaufen irritieren. wir versuchten uns auch etwas im tiefschnee, der ab und an aber immer noch fiese felskrallen zeigte, was meiner frau zu schade war, während ich weniger erbarmen mit meinem schon in die tage gekommenen ski zeigte.
im dorf bekommt man gratis rottannen aus dem eigenen wald als christbäume. da wir jedoch relativ spät eintreffen, bleiben nur leicht magersüchtige zwerge übrig. mit vielen kugeln zugepackt vermitteln sie dennoch eine weihnachtliche stimmung. seit jahren schon geniessen wir die traute zweisamkeit ohne stress mit einem einfachen aber feinen essen und wenigen schönen geschenken. mit weihnachten kamen auch vermehrt gäste, das dorf wie auch die pisten wurden immer voller. bei zunächst sonnigem wetter war unklar, wie weit der schnee halten würde. zum glück suchten etliche ihr skiheil im benachbarten kaunertal, welches im gleichen ticketverbund ist.
mitte woche kam der bereits erwähnte besuch, welcher nebst champagner auch den ersehnten schnee mitbrachte. wir verbrachten die drei besten skitage mit unzähligen "blitzbuckeln" und feinstem fahrspass. der schnee trieb leider auch die (ausgesperrten) "kaunertaler" zu uns zurück, welche ab und an die steileren stellen als power- und querrutscher verstopften, und ein klein wenig zirkeln war angesagt. auf den anspruchsvolleren oberen lift wagten sie sich meist nur einmal, und den grössten stau verursachten sie im restaurant. wir vergnügten uns auch im pistennahen tiefschnee - weiter draussen wars wegen lawinengefahr gesperrt. die bedingungen forderten auch von uns ihren tribut und wiesen mich darauf hin, dass ich nicht mehr der jüngste bin und auch schon mehr velokilometer als trainingsgrundlage hatte

. aber insgesamt war ich zufrieden und hatte auch das gefühl, dass das letztjährige offpiste-training meine balance verbesserte. mein sl-carver pflügte sich brav durch und verlangte einzig bei den letzten fahrten - als meine beine meckern wollten - erhöhte konzentration.
für meinen neuen ski war ich anfänglich unentschlossen zwischen dem stöckli laser sc - der neu eine allroundigere geometrie aufweist und ähnlich sportlich ausgelegt sein soll - und dem sl. dank der guten vorstellung meines bisherigen sl's, der kompetenten beratung bei stöckli und meiner "testfaulheit" hab ich mich heute wieder für den sl entschieden - "never change a winning team" oder "was der bauer nicht kennt ..." - je nach sichtweise. (um ehrlich zu sein, hatte ich gehofft, dass jürg den sc in 170 ordert und ihn mir nach einem testtag zu einem guten preis überlässt. aber wahrscheinlich wärs bei ihm eh der 177er geworden - und dafür fehlt mir echt das training

).
jetzt wünsch ich euch und mir eine schöne weitere saison - die nächsten tage soll noch weiterer schnee kommen

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gruss urs