Saisonstart
Um es gleich vorweg zu schicken: das Grinsen ist mir immer noch ins Gesicht gewachsen! Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Es war schweinekalt gestern und die Gesichtsmuskulatur könnte etwas eingefroren sein
- Es war ein rundum gelungener und entspannter Tag
- Das Skifahren war einfach genial
Aber von vorne...
Freitag abend noch fix die Ski vom Einstellen abgeholt. Dabei habe ich mich über die Einstellwerte meiner Bindung gewundert – entweder bin ich letzten Winter mit zu hohen Werten gefahren, oder jetzt sind sie zu niedrig. Mmmh, die letzte Saison lief unfallfrei, zum Einstellwert kann ich also nichts sagen, wie das wohl morgen wird?
Samstag sind wir einfach nicht so richtig früh raus und weg gekommen, angesichts des Wetterberichts für Tirol aber auch nicht so schlimm, die Sonne ist für nachmittags angekündigt. Die Autobahnen sind leer, entweder sind schon alle vor uns durch oder sie kaufen eh noch die Weihnachtsgeschenke ein (die wir auch noch nicht haben..., man muß halt Prioritäten setzen). Das Ziel ist heute Scheffau, wir wollen gemütlich in die Saison einsteigen. Der Parkplatz recht leer, es ist richtig kalt, also erst mal alle Zwiebellagen anziehen, die im Kofferraum liegen, und rein in die Schuhe. Die sind seit der letzten Saison auch nicht bequemer im Einstieg geworden

Wenn ich drin bin sind sie genial, aber bis dahin...
Hoch geht’s und dann steht den ersten Schwüngen nichts mehr im Weg. Man kennt mich ja, vorsichtig fahren war die letzten Jahre mein zweiter Vorname. Also: vorsichtig schwingen und ansonsten: hinterher. Wir hangeln uns ein wenig Richtung Hochbrixen durch, und es läuft immer besser und runder. Der Schnee könnte besser sein, man merkt halt, daß es überwiegend Kunstschnee ist mit ein bißchen Naturschnee darüber. Es ist hart und wellig, noch sind die Pisten keine Autobahnen, sondern folgen der natürlichen Geländeform, was richtig Spaß macht.
Nach zwei drei Abfahrten habe ich offenbar das überflüssige Wachs abgefahren (ich war mir sicher, daß ich die Ski nach dem Wachsen abgezogen hatte, merkwürdig), und der Tiger jagt auf einmal drauf los. Hui! Heute lasse ich ihn laufen, es ist schön leer auf den Pisten, ich fahre mal komplett unverkrampft – und immer schneller (und das ist wohl eher keine Einbildung, es sei denn, mein wirklich gut fahrender Begleiter wird extrem langsamer...). Ab und zu finde ich mich neben der Piste wieder, weil ich einfach hinterher sause – bin aber heil rein und wieder raus gekommen.
Habe ich schon mal gesagt, daß ich Skifahren liebe – ich muß ziemlich infiziert sein von diesem Virus, und gestern hat sich der Suchfaktor wieder ziemlich erhöht!
Wir fahren bis zur letzten Minute, auf mehreren Pisten auf der Rückfahrt begegnen wir der Pistenkontrolle und nehmen dann die Talabfahrt zurück nach Scheffau. Hier gebe ich den Titel der bekennenden Angsthäsin dann an andere ab – die Abfahrt ist zwar stellenweise schwarz, hart und etwas eisig, die Sicht diffus, eine reine Spaßabfahrt ist das auch nicht, aber Angst, nein, die habe ich nicht, und fahre das einfach runter. Ich vermute, den Angsthasen wird man mir in Zukunft nur noch in extremeren Situationen zugestehen...
Im Laufe des Nachmittags kam immer mehr die Sonne durch und es wurde – abgesehen von den Temperaturen ein echter Genießertag: schönes weiches Nachmittagslicht, ein toller Blick auf den Wilden Kaiser, alle Tannen dick schneebedeckt von den letzten Schneefällen, Kitschpostkartenansichten. Schööön!
Ich jedenfalls freue mich jetzt erst recht ziemlich arg auf die Saison!
Bilder gibt es übrigens nicht, ich war zu beschäftigt damit, mit dem Tiger zu spielen
P.S. Aufgegangen ist die Bindung nicht, also lasse ich sie erst mal so.
Und zu allerletzt: Den obligatorischen Muskelkater der letzten Jahre habe ich auch nicht, nur etwas müde Beine. Und nein, ich habe mich nicht besser vorbereitet als sonst (Laufen ist je wohl eher keine mustergültige Vorbereitung)