3. Tag: Montag 24.01.2011:
Heute ging es wieder nach Ischgl. Wir waren heute etwas früher an der Gondel, ca. kurz nach 9. Die Traube an der Gondel war heute etwas kleiner, aber die Silvrettabahn hat eine derart hohe Kapazität, dass wir nach maximal 10 Minuten in der Gondel waren.
Das Wetter präsentierte sich nicht so toll. Die Sicht war sehr wechselhaft. Dazu war es ein paar Grad wärmer geworden und im Tal gab es über Tag auch keinen Dauerfrost mehr. Nichtsdestotrotz haben wir viel Ski gefahren. Die Pisten waren wie gewohnt nahezu perfekt präpariert und es mag wohl am Wetter gelegen haben, dass sie dazu noch noch ziemlich leer waren. Den Glückgriff machten wir mit der Talabfahrt nach Samnaun. Plötzlich stand die Sonne in der Abfahrt. Super Sicht, perfekte Bedingungen und so leer, wie ich die Abfahrt noch nie gesehen habe. So macht eine Talabfahrt Spaß! Dementsprechen leer war dann auch die Gondelbahn von Samnaun. Auch hier haben wir maximal 15 Minuten verbracht bis wir in der Gondel standen. Inklusive Aufzug zur Einstiegsebene. Das kenne ich aus kindlicher Erinnerung auch noch gaaaanz anders. Es fuhr nur der Twinliner, also die Doppelstockbahn. Zum ersten Mal habe ich in der oberen Etage Platz bekommen. Innerhalb weniger Minuten ist man auf dem Apl-Trida-Sattel und zurück im Skigebiet.
Da die Ski nun eh gerade abgeschnallt waren, entschieden wir uns zum Mittagessen einzukehren. Hier habe ich mein teuerstes alkoholfreies Getränk des urlaubs zu mir genommen. 4,50€ für einen halben Liter Spezi finde ich ehrlich grenzwertig. Naja, wir haben uns trotzdem die Laune nicht verderben lassen und sind bis zum Nachmittag noch einiges gefahren.
4. Tag: Dienstag 25.01.2011:
Und wieder ging es hinüber nach Ischgl. Wir waren wieder gegen 9 an der Gondel, nur war es heute etwas voller. Aber wie schon erwähnt, solange die Gondel nicht steht geht das eigentlich immer ganz fix.
Das Wetter war ähnlich wie am Montag, jedoch wirkte sich heute die Wahl der Pisten mehr auf die Sichtverhältnisse aus. Rund um den Palinkopf war die Sicht am besten. Vorrangig an den Nicht-Nordhängen. Im Schatten war es teilweise völliger Blindflug. Zwar gab es nur sehr vereinzelt "Blitzbuckel" aber selbst grobe Geländekontueren waren teilweise nicht auszumachen. Die Fahrten auf diesen Hängen waren trotz moderatem Tempo alles andere als gemütlich. Außerdem blies ein mäßiger, teils böhiger Wind.
Für mich war es dennoch ein schöner Tag, denn wenn ich schonmal in den Alpen bin, dann genieße ich das auch. Schlechte Sicht hin oder her.
Nicht so erfreulich wurde die Heimfahrt nach Kappl. Wir bogen gerade in unsere Parklücke auf dem Pensionsparkplatz ein. Dieser ist leicht abschüssig und unsere Parkbox war ohne einmal zurückzusetzen nicht befahrbar. Beim zurücksetzten dann das Debakel. Der Motor röchelt kurz und hört auf zu laufen. Es hört sich verdächtig nach Luftmangel an. nach einigen vergeblichen versuchen den Motor zu starten macht sich Ernüchterung breit. Der Wagen steht natürlich auch noch vorne mit einem Antriebsrad auf einer Eisplatte. Schöne Bescherung. Zusätzlich ist die sehr enge Parkplatzeinfahrt auch noch durch das Heck unseres Kombis versperrt.
Letzter vorläufiger Rettungsversuch: Mein Vater buchsierte den Wagen nur mit dem Anlasser ein Stück zurück und dann erfolgreich in die Parklücke.
Aufgrund ähnlicher Probleme vor etwa 2 Jahren tippten wir erneut auf ein elektronisch gesteuertes Abgasrückverbrennungsventil. Ein Abschleppdienst ist nicht mehr zu erreichen. Der weitere Urlaubsverlauf ist erstmal ungewiss.
5.Tag: Mittwoch 26.01.2011:
Am Mittwoch morgen verständigten wir ersteinmal einen Abschleppdienst. Die Kosten für das Abschleppen bis in die nächste Ford-Werkstatt in Landeck beliefe sich auf über 200€. Es wird uns angeboten, dass sich der KFZ-Mechaniker das Auto erstmal vor Ort ansieht, denn neben dem Abschleppservice ist auch eine KFZ-Werkstatt direkt mit angeschlossen.
Das Auslesen des Fahrzeug-Computers bestätigt genau unsere Vermutung. Das Ventil ist defekt und schließt nicht mehr. Der Motor bekommt nur Abgasluft, keine Frischluft. Erstaunt waren wir über die Nachfrage ob wir eine leere Cola-Dose zur Hand hätten. Verdutzt brachte ich ihm eine. Mit einem Stück Blech aus der Cola-Dose verschloss er den Ventil-Eingang. Hier oben scheint man sich auch mal unkonventionell zu helfen zu wissen. Ergebnis: Motor läuft wieder, natürlich mit schlechten Abgaswerten und verminderter Leistung, aber immerhin. Bis nach Ischgl fahren und zurück ist kein Thema, solche Strecken könnten wir bedenkenlos damit fahren.
Natürlich machen wir eine ordnungsgemäße Reperatur aus, doch da das Teil weder in landeck noch in Innsbruck vorrätig ist (Jaja, Lagerhaltung bindet Kapital....) muss es aus Köln geliefert werden. Vermutlich erst Freitag.
Erstmal erleichtert gehen wir nun langsam den Skitag an. Wir beschließen nicht mit dem Auto zu fahren und für heute im Kappler Gebiet zu bleiben. Kurz vor 11 sind wir auf dem Berg. Es ist noch ein schöner Skitag geworden, bei größtenteils mäßiger Sicht. Im oberen westlichen Teil des Gebiets gab es teilweise ca 50cm Neuschnee neben der Piste. Ich weiß nicht wo der herkam, aber so hatte ich Gelegenheit für meine ersten wirklichen Tiefschnee-Erfahrungen. Eigentlich sehr traurig, aber früher hab ich mir daraus nicht viel gemacht, und heute bekomme ich nur sehr selten die Möglichkeit dazu. Bei Interesse hab ich ein kleines Video, aber im oberen Teil des Hanges erkennt man recht wenig und nach unten verliere ich den Rhythmus und setze mich ungewollt in den Schnee

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Ein Unglück kommt selten allein. Mein vater erwischt noch einen doofen Schlag und prellt sich die linke Rippengegend. Trotzdem fuhren wir bis kurz vor 4.
So die letzten 2 tage folgen auch noch.
MfG Oli