chianti hat geschrieben:ohne diese "alte" Technik kannst du weder im eisigen Steilhang noch im (ebenfalls steilen) Tiefschnee oder in der Buckelpiste sicher Kurzschwünge machen.
Aha..... Ich verkneife mir dazu den Kommentar (das wird müßig und langwierig), verweise allerdings mal auf den Titel des Threads...
chianti hat geschrieben:sozusagen "90%-Carving" bei minimalem Aufkanten
Wo bitte steht das? Um vorwegzugreifen, Urs hat gesagt:
Urs hat geschrieben:die skies werden nur soweit aufgekantet, dass sie noch leicht seitlich rutschen. aber die kurve wird ganz klar durch die taillierung initiiert.
Heißt: Die Ski werden nur soweit aufgekantet, dass sie ein Driften zulassen. Es heißt
nicht, dass die Ski grundsätzlich schwach aufgekantet sind. Das hängt von den äußeren Bedinungen ab und in dem von Dir genannten Beispiel kannst Du natürlich stärker aufkanten und trotzdem noch driften.
chianti hat geschrieben:Ein verantwortungsvoller Skilehrer bringt meiner Meinung nach seinem Schüler erst dann carving-nahe Technik (mit dem dabei möglichen Tempo) bei, wenn der "Notstop" (Hockeystop) sicher beherrscht wird - und das ist der klassische "alte" Parallelschwung.
Okay, das sind dann andere Sichtweisen. Ich sehe das anders und ich darf vorsichtig sagen, dass ich da ziemlich sicher nicht alleine stehe. Sowas wäre in einer Skilehrerprüfung (da Du von "verantwortungsvollem Skilehrer" gesprochen hast) definitiv ein NoGo.
chianti hat geschrieben:Ist der gedankliche Transfer so schwierig oder hast Du noch nie jemanden schräg vorwärts abwärts driften sehen ohne dass sich dabei die Ski gedreht haben?
oben: das habe ich gemeint (wird erreicht durch Verlagerung des KSP nach vorne), unten seitliches Vorwärtsabrutschen mit Skidrehung, weil KSP über der Ferse:
[ externes Bild ]
Okay, das war schonmal nicht die Antwort auf meine Frage. Ich habe nicht gefragt, ob es möglich ist, ohne Drehung seitlich nach vorne abzurutschen, sondern wie es möglich sein soll, keine Skidrehung resultierend aus der Taillierung zu generieren (wenn Du 2 Mechanismen gegeneinander arbeiten lässt, ist ersteres natürlich trivialerweise annähernd möglich).
Grundsätzlich zu Deinen Zeichnungen: Ich verstehe sie leider nicht wirklich. Was sind das für Pfeile? Sollen das Vektoren sein? Kraftvektoren? Was für Kräfte? Wenn ja, welche 2 Kraftvektoren sollen bitte in verschiedene Richtungen zeigen? Sollte sich der Ski unten nicht eigentlich in die andere Richtung drehen? Oder zeigt Deine Falllinie nach oben (was definierbar wäre, aber wie ich fände, recht verwirrend)?
Zur 1. Zeichnung (hier können wir diese Pfeile eh weglassen und da Du das ja als "Gegenbeispiel" für meine Frage verwendet hast): Okay, wenn wir mal von der Ausgangslage ausgehen (gekanteter und belasteter Ski) und auch davon ausgehen, dass Du nicht "gegenkämpfst" (Dich von einem Ski abstößt, entlastest und tordierst etc.), dann ist das, was Du da gezeichnet hast,
nicht möglich. Warum? Du hast eine Dimension vergessen.
Kurz zur Erklärung (da ich glaube, dass Du von Geometrie nicht viel mehr Ahnung hast als von Mechanik

): Ist ein taillierter Ski aufgekantet, so ergibt sich zwischen vorderem und hinterem Kantenkontaktpunkt ein Freiwinkel zur Skimitte (ca.), ist der Ski auch noch belastet, so ergibt sich (ich drücks jetzt mal mathematisch aus) für die Kante eine elliptische Form und damit kein echter Untervektorraum der (angenommen 2-dimensionalen) Unterlage mehr. Sprich: Um die Bewegungsrichtung 2 beliebiger unterscheidbarer Kantenpunkte anzugeben, musst Du auf eine Bewegungsgestalt zweier Vektoren (der Einfachheit halber nimmt man als Basis meist Orthogonale, in diesem Fall "Falllinie" und "quer zur Falllinie") zurückgreifen. Zeichne Dir sowas am besten mal auf und nimm als Beispiel den vordersten und hintersten Kontaktpunkt Deiner Ski. Deine x1-Richtung ("quer zur Falllinie" bzw. "Vorwärtsbewegung in der Querfahrt") kannst Du so lassen wie bisher, bei der x2-Richtung ("Falllinie" bzw. "Seitwärtsbewegung in der Querfahrt") wirst Du schnell merken (wenn Du sauber gezeichnet hast und Deine Taillierung einigermaßen stark und Deine Seitwärtsbewegung nicht übermäßig gewählt hast), dass die Partialvektoren verschiedene Vorzeichen, also verschiedene Richtungen aufweisen (auf gut deutsch: einer zeigt nach oben, einer nach unten). Ich verzichte jetzt auf blöde Beispiele (nimm ein Stäbchen und drück oben nach links und unten nach rechts usw.) und hoffe, dass klar ist, dass sich Dein Ski drehen muss...
Auf gut deutsch: Deine erste Zeichnung funktioniert also nur bei flachem Ski (was ja eigentlich schon vorab ausgeschlossen war), und auch dann nur, wenn:
a) Du den ganzen Spaß in der Ebene machst oder
b) Du seeeeeeeeeeeeeeeeehr breitbeinig fährst - und auch dann wohl nur bei sehr geringer Hangneigung oder
c) Du umfällst.