Wenn ich hier lese, daß einer mit Level 90 in die Runde fragt, welchen Ski er fahren/kaufen soll, dann drängt sich die Frage auf, was da nicht stimmt...
Wenn ich hier auch lese, daß einer mit Level 45 nicht weiß, ob er einen Slalom-Carver oder besser einen RS-Carver fahren soll, frage ich mich ebenfalls, was da nicht stimmt....
Ich, für meine Person bin im Schnitt fast jeden zweiten Tag in der Saison auf den Skiern, unter der Woche oft nur am vormittag, da ich ja auch eine Familie zu ernähren habe, aber immerhin. Meinen Beobachtungen zufolge sind in den Locations, wo ich fahre zu mind. 85 % Skifahrer unterwegs, die sich bei der Skiwahl etwas zu "optimistisch" verhalten oder verhalten haben.
Es macht nicht der Ski den Unterschied, ob man gut oder weniger gut fahren kann und ich muss mich fragen, ob jeder Führerscheinneuling gleich einen Porsche oder Ferrari braucht oder ob vieleicht ein VW Golf mit 100 PS auch schon genügt, zumal der sicherlich alltagstauglicher ist.
Um aber auf den Punkt zu kommen, ein Slalom-Carver ist ein sehr spezielles Hochleistungsgerät mit sehr engem Einsatzbereich, falls man es ausnutzen kann. Falls nicht, macht er für den ganzen Tag auf der Sella Ronda cruisen sicherlich keinen Spaß. Ebenso sehe ich das bei einem RS-Ski. Da habe ich mit meinem Dobermann am meisten Spaß, wenn Dienstag morgen die pickelharte, frisch präparierte Kunstschneepiste menschenleer ist und ich von 8.00 - 10.00 Uhr man mit "erhöhtem Reisetempo" die Fliehkräfte ausloten kann.
Für viele hier, die schreiben, daß sie 10 - 15 Skitage im Jahr haben, das auch noch verteilt auf zweimal Urlaub und ein Gletscherwochenende, würde ich empfehlen, einfach einen "guten" Ski mit breitbandigem Einsatzbereich zu fahren.
gute Ski erkennt man schon an der Herstellerbeschreibung und auch (bedingt) am Preis.
Eine Schaumlatte mit PE-Überzug für 300,- € incl. Bindung sieht zwar vielleicht gut aus, kommt aber sicher bald ans Limit.
Ein solider Sandwich-Ski, egal von welchem Hersteller, ist i. d. R. immer gut vom Kantengriff, von der Torosionssteifungkeit und auch von der Laufruhe. Übrigens, die Laufruhe hat nichts mit dem Ski oder der Länge zu tun. Auch Blades oder Bigfoot haben das gleiche Speedpotential wie ein Slalomski, wenn man damit fahren kann!
Auch würde ich mir bei 10 - 20 Skitagen überlegen, wenn ich diese hauptsächlich im Urlaub verbringe, daß ich gar keine eigenen Ski kaufen würde, sondern bei den Destinationen die aktuelle Ware ausleihe. Dies hat den Vorteil, daß ich immer auf den passenden Ski zu den entsprechenden Schnee- u. Witterungsverhältnissen zugreifen kann, immer top-gewartetes Material habe und somit ineiner Woche Urlaub vielleicht fünf verschiedene Ski fahren kann. Und die Dachbox fängt auch nicht soviel Wind zuhause in der Garage! (Ich habe keinen Skiverleih, wenn das jetzt vielleicht jemand denkt)
Abschließend möchte ich nur sagen, legt euch doch Ski zu, die euch gefallen, die ihr mit Spaß fahren könnt unddie euch nicht überfordern, auch wenn vielleicht Marcel Hirscher oder Felix N. das gleiche Modell haben.
Wißt ihr schon:
Vegetarier ist eine Bezeichnung der Eskimo´s und bedeutet "zu dumm zum jagen"
