Unser Kleiner (3) kam in den Skikindergarten, welcher unten an der Talstation untergebracht war. Die Öffnungszeiten waren von 9-16 Uhr. Das war sehr fein, weil es so gelang den Großen in Ruhe oben um 10 Uhr in seinen Skikurs abzuliefern und um 15 Uhr wieder entgegen zu nehmen. Der Kleine hat sich dort sofort wohlgefühlt, die Kindergärtnerin war sehr freundlich und nett.
Von dort ging es von 10-12 Uhr raus zum Skikurs. Eine nette Skilehrerin kümmerte sich um 3-5 Kleine. Das Kinderland und der Übungslift war über eine kleine Straße zu erreichen und war somit frei von anderen Skifahrern. Das Kinderland selber war... äh... sagen wir mal einfach. Man könnte es auch etwas lieblos nennen aber es hat seinen Zweck erfüllt. Zauberteppich und Skikarussel wurden fleißig benutzt.
Nachmittags gabs dann Programm im Kindergarten. Basteln, singen, schminken...
Wir haben unserem Kleinen dann bei der Skilehrerin am Do. und Fr. an den Nachmittagen noch je eine Einzelstunde gegönnt.
Am Samstag war er in der Lage, mir in Pflugkurven auf dem Übungshang zu folgen und im "normal flachen" auch zu bremsen. Sobald es etwas steiler wurde, wurde er noch zu fix aber mei... er ist 3. Ich jedenfalls war über seine Fortschritte sehr angetan - soweit ist der Große seinerzeit nicht gekommen.
Apropros Großer (5): Er war zu Beginn auf dem Sprung, parallel zu fahren. Er wurde in eine Gruppe mit einem älteren und sehr freundlichen Skilehrer mit sechs 4-6 Jährigen gesteckt.
Meine Beobachtungen war jedoch, dass er dort unterfordert war. Zwei Kinder stürzten regelmäßig und hielten die Gruppe auf.
Nach einem Tag des "im Pflug hinter dem Skilehrer her fahrens" hatte er jedenfalls die Nase voll und fing an zu meutern. Ich konnte es verstehen... also ins Skischulbüro.
Dort sprach gerade noch eine Mutter von einem sechsjährigen Mädchen wegen der gleichen Sache vor. Die beiden kamen also eine Stufe höher, zusammen mit einem 12 Jährigen italienischem Mädchen und einem jüngerem Skilehrer. Das Mädel guckte zwar etwas sparsam, fuhr aber keineswegs besser als die Kleinen. Unser Sohn war happy.
Genau bis zum Nachmittag, als die beiden anderen abgeholt wurden und er wieder mit den Kleineren fahren sollte. Wir haben ihn eine halbe Stunde vor Ende aus der Gruppe genommen weil er am heulen war. Der Skilehrer attestierte ihm an diesem Tag Müdigkeit. Er war aber viel mehr gefrustet und wütend und schaffte mit uns spielend noch die Talabfahrt.
Abends war dann Holland in Not. Totalverweigerung: "ich will nicht mehr zu den Kleinen"

Ich habe dann unserem Powerburschen eine gute Lösung versprochen, auch wenn mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war, wie diese aussehen könnte.
Ich habe also wieder im Skischulbüro vorgesprochen und dort sagte man mir klipp und klar, dass es keinen besseren Kurs am Nachmittag gäbe. Klar, es sind keine Ferien, ältere Kinder fehlen. Und nun? So konnte es auch nicht bleiben.
Der Kompromiss war dann, dass er nach der Mittagsbetreuung für die nächsten drei Tage je eine Privatstunde bekommt (gegen einen kleinen Aufpreis, das war aber i.O).
Der neue Skilehrer - Zenz - war auch schon älter aber fortan der neue Guru unseres Sohnes. Am Donnerstag sind wir den beiden auf der Talabfahrt begegnet und wir haben uns angeschaut was und in welchem Tempo er mit unserem 5 Jährigen fährt. Ich dachte nur: "okeeee". Einmal kurz durchgeatmet, kräftig geschluckt und akzeptiert, dass man mit ihm fortan in die Steilstücke rein muss. Nix mehr eher langsam über die Flachpassagen sondern in moderatem Erwachsenentempo in die Steilstücke... Abschwingen, komplett parallel fahren und im Flachen auf der Kante fahren... alles kein Problem mehr. Uiuiui, welch Quantensprung.
Und auch wir Eltern wurden von ihm sehr charmant begutachtet und kurz bewertet.
Was mir sehr positiv aufgefallen ist ist, dass alle Skilehrer in sehr nettem Kontakt zu den Kindern und auch den Eltern waren. Sie haben z.B. die Kinder immer mit Namen angesprochen.
Nicht so gut fand ich, dass die Skilehrer nur zum Teil einen Helm aufhatten. Das schien dort freiwillig zu sein.
In beiden Kursen gabs natürlich das obligatorische Skirennen samt Siegerehrung. Und auch hier: die Verantwortlichen waren immer gut drauf und in Kontakt mit den Kindern und den Eltern.
An dieser Stelle also einen großen Dank an Marlies aus dem Kinderland, Hermann, Patrick und Zenz.