Hallo,
ich bin gerade über Thread gestolpert und verspürte einfach den Drang mich anzumelden und etwas zu dem doch schon relativ alten Thread zu posten.
Nun... gibt es jetzt schon etwas mehr Erfahrungen zu den Skiern mit Kers?
Zur Technik.
Grundsätzlich wäre die von Head angepriesene Technik denkbar. Kers hat nichts zu tun mit intelligence!
Jeder brauchbare Ski beinhaltet Fasern in einer Matrix , etwas Holz, Metal, Plastik. Jedes dieser Materialien beeinflusst durch Positionierung im Ski und Stoffkennwerte die Eigenschaft des Skis in Torsion und Biegung.
Ein wichtiger Stoffwert ist das E-Modul das aus dem
Zugversuch ermittelt wird.
Die Fasern besitzen ein E-Modul in Faserrichtung. Je Nach Orientierung der Gewebe kann die Steifigkeit eines Laminates in eine Gewisse Richtung getrimmt werden.
Betrachtet man als Analogie eine einfach Feder und spannt man diese vor. Gemäß Physik 8.Klasse ergibt sich eine Kraft von F=c*s wobei c die Federkonstante ist und s der Hub.
würde man im gespannten Zustand die Federrate c nun auf Knopf druck erhöhen so würde sich auch die Kraft schlagartig erhören.
Zurück zum Ski. Nehmen wir an der Ski liegt über zwei Böcken und jemand Stellt sich drauf. In Abhängigkeit der Masse und der Biegesteifigkeit des Skis wird sich ein eine Durchbiegung einstellen (
Biegebalken). Würde man jetzt die Biegesteifigkeit auf Knopfdruck ändern so würde die Person angehoben werden. Es entsteht eine beschleunigende Kraft entgegen der Schwerkraft.
Glaubt man den INTELLIFIBERS so versteifen sie sich wenn sie elektrische Energie erhalten. Strom lässt sich bekanntlich per Knopfdruck betätigen und somit hätte man die Biegesteifigkeit erhöht.
Im Heck der KERS Ski sind Dehungsmessstreifen (DMS) zuerkennen. Die maximale Durchbiegung hat man dann wenn die Durchbiegegeschwindigkeit gleich 0 ist. Der funktionale Zusammenhang zwischen Zeit und Durchbiegung kommt aus dem DMS. Die 1. Ableitung liefert die Durchbiegegeschwindigkeit. Ändert sich dieser Wert nicht hat der Ski seine relative maximale Durchbiegung.
Ich bin mir aber sicher , dass dies anders gelöst worden ist, da am Ski kein Messlabor verbaut ist.
KERS ist Technisch absolut machbar! Interessant wird es erst bei der Abstimmung, schließlich möchte man doch selber bestimmten wann die Kurve zu Ende ist und man entlastet. Was mir in diesem Moment die Augen öffnet, denn wird der Ski entlastet wird auch kein Kondensator mehr geladen und dann wird die Spannung auf die Fasern gegeben.
Somit wäre die Durchbiegung uninteressant und das hinter der Bindung ist kein DMS der den Preis des Skis in die Klasse der gebrauchten Kleinwägen hebt, sondern teil der Intellifasern.
Head greift hier auf einen amerikanischen
Hersteller zurück.
Ob Marketing oder nicht. Fakt ist hier wird in der Entwicklung ordentlich was getan! Vökl ist dank High Speed Aufnahmen in der Lage die Ski mit einer 5% Toleranz zu fertigen. Evtl haben sie jetzt aufgehört die Ski über das Eisenrohr zu biegen damit alle gleich "vorgespannt" sind. Was nichts anderes heißt als das die Ski gestaucht wurden

und niemand merkte.
ich finde head im übrigen sehr gute ski und fahre diese selbst. Leider nur die Rennski weil ich die billiger bekomme wie den Rest. Ob dort das ganze Zeug eingebaut ist weiß ich nicht und ist mir auch egal.
Das Problem was ich in der Entwicklung sehe ist , dass Talentfreiheit und mangelnde Übung mit Technik kompensiert wird.
Vielen mag der KERS Effekt nicht spürbar erscheinen weil sie zu den Kandidaten gehören, die ihre Ski nicht aktiv fahren, sonder in Kombination mit ihrer Masse und Geschwindigkeit den Radius des Skis nutzen und hier der Effekt nicht greift. Vielleicht eine Schutzvorrichtung von HEAD.
viele Grüße
Joachim